Mordloch

(aus Showcaves)

Das Mordloch erhielt seinen Namen naheliegenderweise durch einen legendären Mord.

Das Mordloch ist eine ausgeprägte Ganghöhle, eine Horizontalhöhle die im wesentlichen aus zwei Gängen besteht. Sie trennen sich nicht weit hinter dem Eingang in der Betahalle. Die Gänge sind ganz außergewöhnlich stark am lokalen Klutnetz angelegt, so dass die Gänge abwechselnd Nord-Süd und Ost-West verlaufen. Im gesamten Höhlenverlauf kommt es nur wenige Male zu eher kleinräumigen Verbreiterungen, lediglich die Gammahalle, an der sich die beiden Hauptgänge treffen weist etwas größere Dimensionen auf. Typisch sind linsenförmige Korrosionsprofile sowie rechteckige Versturzprofile.

Ein ganz wichtige Besonderheit des Mordlochs ist seine Wasserführung. Der größte Teil der Höhle führt ganzjährig Wasser, lediglich der Eingangsbereich, etwa 70m bis zum ersten Syphon fällt in trockeneren Jahreszeiten trocken. Dies ist auch der einzige Höhlenteil der während dieser Trockenzeiten gefahrlos befahren werden kann. Der Rest der Höhle ist ausschließlich erfahrenen Höhlenforschern vorbehalten. Und das sind immerhin weit über vier Kilometer, was die Höhle zwar noch nicht zur Großhöhle macht, aber immerhin zur drittlängsten der Schwäbischen Alb.

Daß mit dem Wasser des Mordlochs nicht zu spassen ist erfuhren 1977 vier Sporttaucher, die in der Höhle vom Hochwasser eingeschlossen wurden. Engstellen im Höhlengang stauen das Wasser und führen bei Schneeschmelze und nach Gewittern zu einem raschen Ansteigen des Wassers in der Höhle. Glücklicherweise konnten sich die Eingeschlossenen in die Gammahalle retten, die von der Betahalle steil nach oben führt. Dieser Höhlenteil wir nicht geflutet, und so waren die Eingeschlossenen wenigstens vor dem Ertrinken gerettet.

Es sei deshalb noch mal eindringlich vor den Gefahren des Mordlochs gewarnt. Nur die ersten Meter bis zum ersten Syphon können gefahrlos befahren werden, auch wenn man dafür häufig Gummistiefel benötigt. Der ganze Rest der Höhle ist nur für erfahrene Höhlenforscher. Schon das durchtauchen des ersten Syphons ohne entsprechende Ausrüstung und Ausbildung ist hochgradig lebensgefährlich.

 

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