Ausstellung Entschleunigung , Stuttgart

Ausstellung – Stuttgart, 19.09.2015-07.11.2015

(Auszüge der Ausstellung)

Alena Bacher / Jochem Hüskes Entschleunigung

Das Künstlerduo Alena Bacher und Jochem Hueskes hat sich mit einer der großen Sehnsüchte beschäftigt: dem Wunsch nach mehr Zeit, nach Entschleunigung. Die Ergebnisse ihres Projektes setzten sie fotografisch um. Die Galerie Norbert Nieser in Stuttgart zeigt nun eine beeindruckende Ausstellung, für die man sich Zeit nehmen sollte.
Vernissage am 19. September 2015 um 20 Uhr

Die Galerie Norbert Nieser, Stuttgart, zeigt vom 19. September bis 7. November 2015 die Ausstellung Entschleunigung des Künstlerduos Alena Bacher und Jochem Hueskes.

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 © Jochem Hueskes

In einer Zeit in der Stress, Internet und Fotohandys allgegenwärtig sind und der Drang zur öffentlichen Selbstdarstellung bei Facebook oder sogenannten Ego-Castings besonders bei jungen Menschen immer stärker wird, setzt sich Jochem Hueskes in seinen fotografischen Collagen mit der Auszeitindustrie unserer modernen Gesellschaft künstlerisch auseinander. Alena Bacher, die während der Schulzeit ein schüchternes Kind war, ist von Beruf Schauspielerin. Das Theater hat sie selbstbewusst gemacht. Hat ihr die Kraft gegeben das zu sein, was sie heute ist. Jochem Hueskes begann schon sehr früh die Fotografie als darstellendes Medium für sich zu entdecken. Wahrend seines Studiums Anfang der 80er Jahre wurde seine vorhandene Begeisterung für Fotografie durch Professor K.D. Pohl intensiv gefördert.

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 © Jochem Hueskes

Das Thema Entschleunigung entstand vor fast drei Jahren, als Alena Bacher und Jochem Hueskes bei einem Projekt zusammen arbeiteten. Es entstand die Idee, sich mit den verschiedenen Sehnsüchten des Menschen zu beschäftigen. Obgleich es sicherlich eine ganze Reihe dieser Sehnsüchte gibt, war sofort klar: Entschleunigung ist wohl eine der Wesentlichsten, der Sehnsucht nach Langsamkeit.

In den vergangenen Jahren beobachteten und befragten sie daher die verschiedensten Menschen, was für sie Verlangsamung bedeutet, wie sie entschleunigen und was sie entschleunigt. Die Ergebnisse dieses Projekts wurden konzipiert und fotografisch künstlerisch in Bilder dargestellt. Alena Bacher als Darstellerin schlüpfte in die verschiedensten Rollen. Jochem Hueskes setzte diese gemeinsamen Inszenierungen fotografisch um. Für Hueskes ist das Wiedersehen-Lernen sehr wichtig, das Entdecken, Sich-Zeit-Nehmen um zu Sehen. Gleichauf, ob Natur oder Mensch. Er will in einem aufgenommenen Objekt ein Wesen, einen Ausdruck erkennen und es abbilden. “Es dauert oft eine Zeit, bevor ich die Kamera zücke, weil ich erst sehen muss.” Doch, wo beginnt man sein Leben zu entschleunigen?  Das Alltägliche huscht nur so an einem vorbei. Vom hektischen Job in die Rush Hour. Im trauten Heim geht es weiter, die Familie ist nur umtriebig, die Kinder verlangen Animation.  Entspannen – darunter verstehen viele Menschen abends stundenlang in den Fernseher zu starren. Es fehlt die Kraft zu mehr. Und dann passiert es, die Beziehung zum Partner und zur Familie leidet, Zeit ist irgendwann nur eine Mangelware.

Die Interpretation ihrer Arbeiten überlassen Alena Bacher und Jochem Hueskes dem Zuschauer. Die fertigen Bilder sollen für sich selbst sprechen und dem Beobachtenden den Raum für eigene Phantasie und vielfältige Assoziationen bieten. Jeder Betrachter soll sich selbst in den Bildern wieder finden. So schaffen die Künstler in ihren Bildern eine fantastische Welt der Entschleunigung.

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 © Jochem Hueskes

Naturwissenschaft und Kunst, so könnte man vermuten, verbindet eine scharfe Beobachtungsgabe und ein gemeinsames Interesse an der Erkenntnis der Welt. Jedoch dort, wo die Wissenschaft nach Antworten sucht, stellt die Kunst Fragen, um sich dieser Erkenntnis anzunähern. Sie erfasst die Phänomene und Strukturen und lässt sie selbst zu Wort kommen. Aber wie durch ein Mysterium, erzählen sie den Künstlern ganz andere Geschichten als dem Naturforscher. Sie schweifen ab, assoziieren, fordern ihn auf näher zutreten.

Die Fotografien von Alena Bacher und Jochem Hueskes informieren nicht, sie laden ein, ein Geheimnis zu teilen.

Besucherinformationen

Galerie Norbert Nieser
Große Falterstr. 31/3, 70597 Stuttgart
Tel +49 (0) 711 - 76 56 719 

Ausstellungsdauer: 19. September bis 7. November 2015
Öffnungszeiten: Mi bis Fr 16-18 Uhr, Sa 10-13 Uhr, und nach Vereinbarung

Links:

Presseartikel:

Stuttgarter Zeitung Bacher Hueskes